Past, Present & The Sustainable Future

Die Vernetzung von Leadership, Circular Economy, Corporate Social Responsibility und Environmental, Social & Governance erfordert die Beantwortung folgender Frage. Wie sind die Konzepte der Circular Economy (CE), der Corporate Social Responsibility (CSR) sowie der Environmental, Social & Governance (ESG) in Handlungen umzusetzen und das Leadership-Mindset darauf auszurichten, damit sie überzeugend und authentisch in die Firmenstrategie implementiert werden können?

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«Who Cares Wins» – Die ersten Schritte

«Who Cares Wins» ist der Titel eines Berichts, den die Vereinten Nationen (UN) und das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) 2004 veröffentlichten. Der Bericht, zu dessen Erstellung zahlreiche Finanzinstitute ihren Beitrag geleistet haben, hat auch den Begriff ESG geprägt. Der darin betonte Imperativ, Führung und zugleich Verantwortung zu übernehmen, ist eine unmissverständliche Botschaft. Nämlich diejenige, dass Unternehmen und ihr Management eine treibende Kraft für die Wirtschaft sind, indem sie ökologischen und sozialen Gedanken nachleben sowie die Corporate Social Responsibility (CSR) mit den dafür erforderlichen unternehmenspolitischen Regelungen umsetzen. Darauf basierend werden schliesslich die Wirtschaftlichkeit sowie das zielführende Funktionieren und Handeln der Firma gemäss der ESG bewertet.

Wenn die ESG-Bewertungen sehr negativ ausfallen, weil die Auswirkungen der Produktion sowohl der Gesellschaft als auch der Umwelt kurz- sowie langfristigen Schaden zufügen, müssen die Unternehmen angemessene Anpassungen vornehmen. Wenn sie dies unterlassen, schaden sie auch sich selbst, weil ihr Nichtstun in den Augen der Verbraucher, genauer gesagt der Stakeholder, einem Reputationsschaden gleichkommt. Infolgedessen sind die Investoren nicht mehr bereit, in das Unternehmen zu investieren, wodurch eine wertvolle Chance für eine zukünftige Zusammenarbeit vertan wird. Unternehmen, die in einer Geschäftsbeziehung mit einem Produzenten stehen, der nicht bereit ist, seine Produktion und Rohstoffgewinnung im Sinne der Circular Economy und der Nachhaltigkeit zu verändern, laufen Gefahr, dass ihre Mitbewerber, die dies tun, ihre Chance ergreifen und ihren diesbezüglichen Marktvorteil zu ihren Gunsten nutzen werden.

In einem 2019 veröffentlichten Report unterstreicht State Street Global Advisors die Essenz der treuhänderischen Pflicht. Während 46% der von State Street Global Advisors befragten Unternehmen angaben, dass Regulierungen die künftige Adaption der ESG-Faktoren, insbesondere im Bereich Klima, zunehmend beeinflussen werden, waren 44% von ihnen der Meinung, dass die Minderung der ESG-Risiken dieselbe entscheidende Bedeutung habe. Aus den Ergebnissen des Reports geht ebenso hervor, dass Anleger inzwischen die Gefahren des Ignorierens der ESG erkannt haben. Damit die Relevanz der ESG sichtbar gemacht werden kann, müssen Unternehmenslenker ein neues Management-Paradigma sowohl in ihre Strategie als auch in ihr operatives Geschäft einbetten.

To be or not to be – Heiliger oder Kapitalist

Kommt es aber darauf an, ethisch und moralisch die richtigen Entscheidungen zu treffen, bleiben diese Aspekte als Inspiration auf der Strecke. Nichtsdestotrotz spielen Ethical und Moral Leadership eine essenziele Rolle, was sich mit der Zeit auszahlt. Henry Ford riskierte beinahe den Bankrott seiner Firma, nachdem er 1906, nach einem verbitterten Streit, seinen damaligen Kompagnon Alexander Malcomson ausbezahlte. Der CEO von CVS Pharmacy, Larry Merlo, begründete den Stop von Zigarettenverkauf mit dem Argument, dass es mit den Grundsätzen des Unternehmens nicht mehr zu vereinbaren sei. Unter den befragten Fortune 500 CEOs sind lediglich noch 7% der Meinung, dass sich die von ihnen geführten Unternehmen «hauptsächlich auf die Erzielung von Gewinnen für die Shareholder konzentrieren und sich nicht von sozialen Zielen ablenken lassen sollten.»
Das Dilemma dabei ist, dass man einerseits zu den Guten gehören und Sustainability vorantreiben möchte, und andererseits will man kein Risiko eingehen, um den aktuellen Gewinn zu schmälern.

Money for Everything – Prosperität der Zukunft

Dabei schätzen das Forschungsunternehmen Opimas und die Global Sustainable Investment Alliance, dass die ESG-Investitionen bis 2020 auf über 40 Billionen US-Dollar gegenüber 23 Billionen US-Dollar im Jahr 2016 ansteigen werden. Die Deutsche Bank geht wiederum davon aus, dass bis 2030 95% der verwalteten Vermögenswerte (AUM) oder 130 Billionen US-Dollar einem ESG-Mandat unterliegen werden. Zudem stieg die Zahl der Unternehmen, die sich den UN Principles for Responsible Investment (PRI) verschrieben haben, von 100 im Jahr 2006 auf über 3‘000 im Jahr 2020 mit einem Finanzierungsvolumen von über 100 Billionen US-Dollar (AUM). Die Marktaktivität im Bereich Kreislaufwirtschafts-Finanzierungen ist in den letzten 18 Monaten steil angestiegen, wobei die Kreislaufwirtschaft immer mehr als entscheidender Teil der Lösung für den Klimawandel und andere ESG-Probleme anerkannt wird, die darüber hinaus erhebliche Chancen für ein neues und besseres globales Wachstum bietet.

Aufgeklärte Führungspersönlichkeiten zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Zeichen der Zeit erkennen und aus eigener Einsicht strategisch mutige Entscheidungen treffen sowie neue Wege gehen. Persönliche und unternehmerische Souveränität helfen dabei, aufgrund proaktiven Handelns bei der Entwicklung des Mindsets der Veränderung aus eigener Verantwortung die Chance zu nutzen, um durch zieldienliche Aktivitäten im Gesamtsystem «Gesellschaft» neue «Parameter» für den Erfolg auf den Märkten zu setzen.